Montag, 6. Januar 2014

Zurück im Netz

Leider war ich bis kurz vor Weihnachten vom Internet getrennt, so dass es erst jetzt wieder ein kleines Update gibt.

Hier mal meine Zusammenfassung zur Halbzeit dieser Heizperiode:
1. Eine Regelung nach Restsauerstoff und Abgastemperatur ist zwar [b]ein[/b] Ansatz - ich bezweifele aber, dass es der Richtige ist. Denn diese Vorgehensweise bildet das System Holzvergasung nicht nach. Ich selber arbeite daher seit geraumer Zeit mit drei Reglern. Wobei der dritte ein "virtueller" Regler ist.

2. Bei meinem Attack hab ich eine Totzeit von 300-360 Sekunden auf der Abgastemperatur. Alleine deswegen verbietet sich eine Primärgasregelung über die Abgastemperatur schon.

3. Die innerer Regelung, also die Restsauerstoff-Regelung hat dabei Priorität. D. h. ich versuch den Prozess über die beiden äußeren Regelungen so zu beeinflussen, dass ich möglichst lange und möglichst konstant auf dem eingestellten Restsauerstoff bleiben kann. Dabei ist es mir egal, ob die Abgastemperatur mal etwas höher oder niedriger liegt, die paar Joule Wärme die ich hier verliere Opfere ich gerne einer viel besseren Regelung mit weniger kumulativen Restsauerstoff.

4. Wie zu erwarten war, beeinflusst die Reststauerstoffregelung die Gasproduktion erheblich. Dummerweise mit unterschiedlichen Totzeiten. Anregeln der Holzgasmenge geschieht mit ca. 60 Sekunden Totzeit, das Abregeln allerdings mit 120 Sekunden. Was mich zu Punkt 5 bringt:

5. Das Stellglied Primärluft ist ne ziemliche Hure beim eindrosseln, denn das schließen der Klappe bewirkt erstmal gar nix im Sinne der Gasproduktion. In meinen Augen verändert sich erstmal nur die Gaszusammensetzung und erst wenn der Energiespeicher Glut nach ca. 60 Sekunden aufgebraucht ist, verringert sich die Primärgasmenge erkennbar.

6. Die Restsauerstoffregelung muss sehr schnell sein, da man ansonsten aufgrund von Punkt 4. in eine Rückkopplung kommt, dass sich im Zick Zack Fahren der Sekundärluft bemerkbar macht (obwohl der Restsauerstoffsollwert eingehalten wird).
Eine negative Rückkopplung zwischen den zeitlichen Ableitungen der beiden Stellglieder wäre hier vielleicht hilfreich, wurde aber noch nicht implementiert.

7. Die Belimos sind gerade so an der Grenze. Langsamer wäre schon nicht mehr drin.

8. Totzeiten im Stellglied sind tunlichst zu vermeiden (Spiel). Denn die mittlere Totzeit bei der Restsauerstoffregelung liegt bei ca. 1 Sekunde! Hat man jetzt noch Spiel beim Klappenmechanismus ist eine stabile Regelung praktisch nicht machbar.


Wie geht's weiter?
Nachdem ich im Moment jeden Tag heizen muss, kann ich nur wenig an der Steuerung ändern, da ich ansonsten den Vergaser jedes mal stark störe.
Drei Funktionen der Platine sind noch nicht getestet. Thermoelemente und externe AD-Wandler.
Sobald ich das habe, werde ich die eine neue Revision der Platine fertigstellen und in Produktion geben. Zeitplan sieht dafür Ende der Heizperiode vor.
Danach möchte ich einen Schaltschrank bauen, da derzeit fliegende Installation der Messstechnik.

Zwischendurch möchte ich dann Proview mal auf Version 5 updaten und meine Visualisierung über das Internet zugänglich machen, dass war auch der Grund warum ich meinen Internetprovider gewechselte hatte.

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